Favoriten siegen überlegen

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tischtennis.de vom 20.01.2012

Favoriten siegen überlegenWu Jiaduo vom FSV Kroppach gewinnt sicher gegen Nicole Struse


Frankfurt/Main. 
In den Spielen zwischen dem FSV Kroppach und der SV Böblingen sowie dem TTSV Saarlouis-Fraulautern und dem TSV Schwabhausen fehlte bei den Gästeteams jeweils die Nummer eins. Nationalspielerin Sabine Winter präsentierte sich noch bei den Hungarian Open in Budapest aktiv, und Qianhong Gotsch machte eine Virusinfektion zu schaffen. Unter diesem Knacks litt jeweils die gesamte Mannschaft, sodass kaum Gegenwehr erwachte.

 

FSV Kroppach – SV Böblingen: 6:0

 

Den Ausfall von Qianhong Gotsch kann die SV Böblingen nicht verkraften

Das krankheitsgedingte Fehlen von Spitzenspielerin Qianhong Gotsch wusste die SV Böblingen beim Herbstmeister FSV Kroppach erwartungsgemäß nicht zu kompensieren, sodass dem FSV ein müheloser Sieg glückte. Die Spannungsmomente in dieser einseitigen Partie blieben Mangelware,  Xu Yanhua, die dadurch an Position zwei antrat, zog sich gegen Shan Xiao Na zwar achtbar aus der Affäre, zu einem Satzgewinn reichte es jedoch nicht. Die Böblingerin erzielte nach einem 4:11, 8:11 ein 10:10 und 12:12, nachdem sie die ersten Matchbälle abgewehrt hatte. Zum 14:12 punktete dann aber doch die Kroppacherin. Nicole Struse quittierte an ihrer ehemaligen Wirkungsstätte ein 0:3 gegen Wu Jiaduo, und Ersatzakteurin Sarah Wagner wird sich sicher noch lange daran erinnern, dass sie gegen Kristin Silbereisen, die Nummer 60 der Weltrangliste, spielen durfte.  Im bereits letzten Einzel der Begegnung zeigte Abwehrspielerin Rosalia Stähr, dass sie sich gegen Krisztina Toth taktisch bestens in Szene setzen kann. Beim 11:3, 9:11, 11:5 und 10:8 verfügte die Toth schließlich über zwei Matchbälle, doch erst mit einem 12:10 behauptete sich die Linkshänderin knapp. „Wir waren alle geschockt, dass Hongi nicht spielen konnte, aber sie kämpft sonst immer für uns, es ging wirklich nicht. Unsere 17-jährige Sarah spielt in der Bezirksklasse, und sie meinte, in der Bundesliga herrsche ein ganz anderes Flair. Yanhua ist derzeit gut in Form, aber gegen Shan war es natürlich sehr schwer für sie. Rosalia spielte stark, wollte am Ende aber zu viel und verkrampfte. Der Kontakt zu Fans des FSV ist mir gegenüber ganz relaxt, denn über viele Jahre haben sie ja auch mich unterstützt“, fasste Nicole Struse, in Vertretung von SV-Trainer Hennig Meier zusammen, der wegen einer privaten Verpflichtung nicht dabei sein konnte.

„Wir bewerten den Sieg nicht über, denn der Qualitätsverlust ohne Gotsch lag klar auf der Hand. Aber Xu Yanhua spielt ausgezeichnet gegen Penholderspielerinnen wie Shan, und Dudu gewann erst das zweite Mal hintereinander gegen Nicole. Zuvor hatte sie zweimal verloren. Rosalia zieht immer noch das Selbstvertrauen gegen Tothi daraus, weil sie vor vier Jahren einmal gewann. Im zweiten Satz hatte sie einen Strahl von diversen Angriffsbällen, das war schon sehr gut. Nur weil unsere Mannschaft eine konzentrierte Leistung absolvierte, wurde dieser Erfolg in dieser Höhe möglich. Wir haben Zähne gezeigt, und mit uns ist zu rechnen. Wir sind übrigens der kleinste Bundesligaort Deutschlands, und das ist wie bei Asterix und Obelix – Gallien wehrt sich gegen den Rest der Welt. So ähnlich lautet der Tenor unserer zweiseitigen Reportage, die wir in der Sport-Bild hatten“, berichtete FSV-Teamchef Dennis Leicher ein wenig stolz. Morgen werde sich der Tross mit rund 30 Fans Richtung Berlin in Bewegung setzen.

 

 

SV Saarlouis-Fraulautern – TSV Schwabhausen: 6:0

 

Ohne Sabine Winter bleibt der TSV Schwabhausen chancenlos

Der TTSV Saarlouis-Fraulautern erledigte gegen den stark ersatzgeschwächten TSV Schwabhausen nicht mehr als eine Pflichtaufgabe. Im Schnelldurchlauf sicherten sich die Gastgeberinnen nach nur 75 Minuten die doppelten Punkte, in keiner Partie drohte Gefahr.

Die Nummer eins der Gäste Sabine Winter holte sich bei den Hungarian Open in Budapest noch am heutigen Tage die Bronzemedaille im Doppel an der Seite von Zhenqi Barthel (TTG Bingen/Münster-Sarmsheim), außerdem stand das Halbfinale im U-21-Wettbewerb auf dem Programm, dass Winter gegen die Nummer elf der Weltrangliste Kang Mi Soon aus Korea mit 1:4 verlor. Aus diesem Grund konnte die 19-jährige Nationalspielerin nicht rechtzeitig zum Bundesligaspiel zurück sein. Für Winter sprang Regina Maier ein, und das Aufrücken von Kathrin Mühlbach ins Spitzenpaarkreuz schwächte die Bayern zusätzlich.

Über den einzigen Satzgewinn, bei der mehr als deutlichen Niederlage, freute sich schließlich Yang Ting gegen Ni Xialian beim 10:12, 11:8, 8:11 und 8:11. „Das war ein tolles Spiel, was unsere Zuschauer für den ansonsten eher mauen Verlauf entschädigte. Wir sehen jetzt mit Interesse der Partie am Sonntag zwischen Berlin und Kroppach entgegen“, sagte TTSV-Manager Heinz Falk.

„Wir waren froh, dass wir eine komplette Mannschaft stellen konnten. Regina spielt bei uns in der Oberliga. Sie freute sich und war begeistert dabei sein zu dürfen. Es war ein besonderes Erlebnis für sie, und ein paar schöne Bälle waren auch dabei. Wir wussten was uns erwartet. Ni Xialian bestätigte einmal mehr, dass sie exzellent und klug gegen Abwehr spielen kann“, erklärte TSV-Pressesprecher Harald Dannhauer.

 

Martina Emmert

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