Petrissa Solja vertritt Deutschland bei den Olympischen Jugendspielen im Tischtennis
Seit Dezember 2009 hat Tischtennis-Talent Petrissa Solja vom TTSV Fraulautern ihr Ticket für die Olympischen Jugendspiele in Singapur schon in der Tasche. Und so langsam steigt die Anspannung.
Saarbrücken. Manchmal, das gibt Petrissa Solja unumwunden zu,
wäre sie schon gerne eine dieser „normalen“ Jugendlichen. Ohne
besonderes Talent. Das würde vieles einfacher machen. Sie könnte
sich größtenteils auf die Schule konzentrieren und hätte – für
Jugendliche noch viel wichtiger – im Sommer sechs Wochen lang
Ferien. Einfach frei haben, nichts tun, die Seele baumeln lassen.
Doch die 16-Jährige ist nun einmal eine der besten
Tischtennis-Spielerinnen der Welt in ihrer Altersklasse. In der
aktuellen Weltrangliste der unter 18-Jährigen liegt sie auf Rang
neun, bei den Erwachsenen klopft sie bereits an die Top 100 (derzeit
111). Das bedeutet bereits seit Jahren kein „normales“ Leben mehr.
Während ihre Klassenkameraden drei Wochen am Meer Urlaub machen,
steht sie an der Platte und trainiert, bereitet sich auf ein Turnier
vor. „Wie immer eigentlich“, sagt „Peti“ und muss schmunzeln.
Aber dafür hat sie ja auch immer ein Ziel vor Augen: Meist sind es
die Europameisterschaften, die nach dem Sommer stattfinden. Doch
dieses Mal ist das Ziel elitärer: Solja vertritt Deutschland bei den
erstmals ausgetragenen Olympischen Spielen der Jugend vom 14. bis
26. August in Singapur. Einen Platz gibt es pro Land im 32er-Feld
des Tischtennis-Turniers – und den hat sich die 16-Jährige aus Wörth
am Rhein, die in der Bundesliga für den TTSV Fraulautern aufschlägt,
im Dezember 2009 gesichert. Damals stand sie in der
U15-Weltrangliste auf Rang vier. Das reichte der
Schüler-Europameisterin und deutschen Vizemeisterin bei den Damen
zur Qualifikation.
Obwohl sie bereits an große Turniere und Erfolge gewöhnt sein
müsste, ist sie vor ihren ersten Olympischen Spielen sehr aufgeregt.
„Das ist schon ein großes Glück, dass ausgerechnet jetzt diese
Spiele eingeführt wurden und ich in diesem Alter bin“, sagt Peti.
„Das ist das Größte, was man als Jugend-Sportler erreichen kann.“
Ein besonderes Ziel hat sie sich nicht gesteckt, aber sie weiß: „Die
sind alle schlagbar.“ Auch die zurzeit beste Chinesin, Gu Yuting.
„Gegen die habe ich schon mal bei einem Lehrgang in China im
Training gewonnen“, erinnert sich Solja.
Die Grundlagen für ein hoffentlich gutes Turnier werden gerade
gelegt: In Köln und Oberhof bolzte sie gerade zwei Wochen Kondition,
gepaart mit Athletiktraining. Es folgte eine Woche Lehrgang am
Deutschen Tischtennis-Zentrum in Düsseldorf. Außerdem ist ein
Trainingslager in Kroatien geplant, bevor es dann am 9. August nach
Singapur geht. Dort bereitet sich die deutsche Delegation noch zwei
Wochen vor, ehe das Tischtennis-Turnier am 21. August beginnt.
Die Teilnahme an Olympischen Spielen hat ihr ihre Schwester Amelie
(19) bereits voraus: Sie durfte 2008 mit nach Peking. „Sie hat
eigentlich nur geschwärmt“, sagt Petrissa. „Also freue ich mich auch
unheimlich auf diese Erfahrung, egal wie das Turnier dort läuft.
Dafür nimmt sie dann auch gerne in Kauf, wieder einmal keine
Sommerferien zu haben.
|