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Erfolgreiches Trio Petrissa Solja, Patrick Franziska und Christoph Schmidl |
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| tischtennis.de vom 02.05.2010 |
Dreifache
Deutsche Meisterin Petrissa Solja (Foto: Marco Steinbrenner)
Mädchen Einzel: Im Achtelfinale machte Yuan Wan (Baden-Württemberg) von sich reden. Die zum Jahrgang 1997 gehörende Schülerin des TV Busenbach überraschte Anna Krieghoff (Sachsen) vor allem in der Höhe, mit einem 13:11, 11:9, 11:9. Dabei schien Wan überhaupt keinen nervlichen Stress zu verspüren, eine ältere, international versierte Mädchen-Nationalspielerin, die mit Medaillenhoffnungen gestartet war, aus dem Rennen zu kicken. Im Viertelfinale traf sie dann ausgerechnet auf ihre Vereinskameradin, die Deutsche Schüler-Meisterin Theresa Kraft. Kraft hatte sich gegen Saskia Becker, einer weiteren Nachwuchskraft des TV Busenbach, mit 3:1 durchgesetzt. Im Viertelfinale sorgte dann Nadine Sillus für den Knaller. Es ist schon eine geraume Zeit her, dass sich die Zweitligaspielerin des TuS Uentrop in den Vordergrund spielte. Mit dem Sieg gegen die topgesetzte Sabine Winter beim 8:11, 11:9, 11:8, 11:8 glückte ihr ein Highlight. Kathrin Mühlbach (WTTV) erspielte sich ein 3:1 gegen Anja Schuh (Rheinland) und Petrissa Solja ein ebenso sicheres 3:1 gegen Katharina Sabo (Baden-Württemberg). Über den Halbfinaleinzug durfte sich auch Kraft freuen, die ihre Vereinskameradin Wan mit 3:1 besiegte. Im Semifinale kam für Kraft dann gegen Solja beim 0:3 das Aus, doch die Bronzemedaille bedeutete für die Schülerin ein schöner Erfolg. Im zweiten Halbfinale setzte sich Mühlbach mit einem 13:11,11:9, 11:13 und 11:7 gegen Sillus durch. Das Finale gestaltete sich zwischen Solja und Mühlbach beim 6:11, 11:5, 11:6 14:12 recht ausgeglichen. „Petrissa Solja spielte überragend. In jedem Satz gab es einen entscheidenden Moment, in dem sie große Qualitäten gezeigt hat. Ihr Sieg geht hundertprozentig in Ordnung und ist absolut verdient. Kathrin Mühlbach war schon immer vorn dabei, sie war lediglich durch ihren Grundwehrdienst kurzfristig gebremst. Körperlich hat sie aus dieser Zeit anscheinend sogar Vorteile gewonnen. Auf Nadine Sillus trifft das zu, was ich vor dem Turnier gesagt habe, dass einige Spielerinnen für Überraschungen gut sind. Wir wissen, dass Nadine gut spielen kann, vor allem, wenn sie unbelastet agieren kann. Das hat Nadine gegen Sabine Winter gezeigt. Sie ist außerdem eine hervorragende Kämpferin“, analysierte Bundestrainerin Eva Jeler. Die Schülerinnen Yuan Wan und Theresa Kraft hätten sich gleichfalls gut präsentiert. „Im vergangenen Jahr trat Anna Krieghoff als junge Akteurin frei auf. Es gibt immer wieder Spielerinnen die Angst haben nach unten zu spielen, einfach etwas falsch zu machen. An der mentalen Seite müssen wir Trainer genau so arbeiten, wie es gilt für den sportlichen Feinschliff zu sorgen. Petrissa hat das übrigens inzwischen sehr gut gelernt, so dass bei ihr alles passt. Yuan kann ich nur zu ihrem Erfolg gratulieren“, sagte Jeler.
Doppel: Bereits im Viertelfinale wurden die gesetzten Anna Krieghoff (Sachsen)/Nadine Sillus (WTTV) gegen Yuko Imamura (WTTV)/Anja Schuh (Rheinland) vor eine ernsthafte Prüfung gestellt, denn nach einem 7:11, 11:9 und 7:11 führten erst einmal ihre Kontrahentinnen. Ein 11:2 sorgte bei den Favoritinnen für mehr Zuversicht, und ein 11:8 brachte Krieghoff/Sillus ins Halbfinale. Diesen Sprung schafften auch Lisa Maylin Vossler (Hessen) und Ariane Liedmeier (WTTV) mit einem 3:1 gegen Katrin Brickl/Marie Gottschaller (Bayern). Im zweiten Semifinale waren die Europe Top 10-Spielerinnen versammelt. Sabine Winter (Bayern)/Kathrin Mühlbach (WTTV) verwehrten Katharina Sabo (Baden-Württemberg)/Julia Drummer (Bayern) beim 3:0 im Viertelfinale jegliche Möglichkeiten auf einen Satzgewinn. Parallel behauptete sich Petrissa Solja (Saarland), die an der Seite von Nina Mittelham (WTTV) spielte, gegen die beiden Busenbacherinnen Eva Rentschler/Saskia Becker mit 11:9, 11:9, 7:11 und 11:7. In der Vorschlussrunde knüpften Vossler/Liedmeier gegen Krieghoff/Sillus an ihre starke Leistung an, und sie erreichten mit einem 8:11, 11:5, 11:6, 4:11 sowie 11:9 unerwartet das Endspiel. Im zweiten Semifinale setzten Solja/Mittelham mit einem Fünf-Satz-Match Winter/Mühlbach schachmatt. Das Finale wurde nicht etwa zu einer einseitigen Angelegenheit, im Gegenteil. Vossler/Liedmeier setzten ihre Gegnerinnen ganz schön unter Druck. Beim 12:10, 8:11, 11:7, 8:11 und 11:9 war die Freude nicht nur bei Solja groß, sondern auch bei der erst 13-jährigen Schülerin Mittelham. „Für Nina Mittelham, aber auch Maylin Vossler und Ariane Liedmeier, war das natürlich ein gutes Ergebnis. Petrissa kann auch ich einfach nur gratulieren“, erklärte die Bundestrainerin. Für Sabine Winter sei das Turnier nicht optimal gelaufen, im Mixed-Finale habe sie mit Patrick Franziska im fünften Satz 10:8 geführt, aber ein Fehlaufschlag von ihr habe die Niederlage besiegelt. „So etwas kann passieren, da steckt mal der Wurm in einer Veranstaltung. Das ist nicht tragisch, da muss kein Drama daraus gemacht werden. Wichtig ist, dass man das abhakt und nach vorne blickt“, sagte Jeler.
Jungen Einzel: Im Achtelfinale ergaben sich bereits interessante Duelle. Der auf Position eins gesetzte Tran Le Vu (Thüringen) nahm seinen Hut beim 1:3 Patrick
Franziska im Einzel und Doppel erfolgreich (Foto: Marco
Steinbrenner)Die Runde der letzten Acht verlief ohne Überraschungen. Ganz klar und deutlich siegten Arne Hölter gegen Nuri und Patrick Franziska gegen Naumann. Ole Markscheffel verpasste beim 1:11 gegen Matthias den ersten Satz völlig, sah sich auch noch einem 1:2 gegenüber, ehe ihn ein 11:6, 11:6 eine Runde weiter brachte. Christoph Schmidl (Hessen) sah sich gegen Benedikt Duda (WTTV) in den letzten Wochen einem stark verbesserten Kontrahenten gegenüber. Beim 11:5, 7:11, 11:3, 5:11 und 11:8 ließ er Mühe erkennen. In den Halbfinals ließen Hölter gegen Markscheffel und Franziska gegen Schmidl keine Zweifel aufkommen. Und im Endspiel dominierte der Titelverteidiger mit einem 11:6, 8:11, 11:5 und 11:8 gegen Hölter. „Der Sieg von Patrick Franziska war nicht gefährdet. Er hatte mit Abstand das beste Auftreten und gewann verdient. Arne Hölter hat sich im Laufe des Turniers gesteigert. Das 3:0 im Viertelfinale gegen Nasratullah Nuri täuscht allerdings etwas. Sein Gegner ist Linkshänder, schlägt gut auf, spielt einen weichen Ball. Er hat gut gespielt und ist zu Recht so weit gekommen. Nasratullah führte in den ersten beiden Sätzen sogar, doch er hatte extreme Probleme mit den Aufschlägen von Arne. Arne spielte dann auch vorhandorientierter und aggressiver. Ole Markscheffel hat sich besser präsentiert als bei den vergangenen Turnieren. Er hatte Glück, dass er im Viertelfinale auf seinen Lieblingsgegner Niklas Matthias traf“, berichtete Bundestrainer Georg Imhof. Christoph Schmidl habe mit Schatten, teilweise kopflos, wie in der Vorrunde bei der Niederlage gegen Abwehrer Robert Giebenrath, agiert. Aber auch mit Licht, wie im Viertelfinale gegen Benedikt Duda. „Benedikt hat sich gut verbessert, aber er schien nicht an seinen Sieg gegen Christoph zu glauben. Über dem Tisch spielte er zu harmlos. Nach einem 0:4 im fünften Satz glich er zum 7:7 noch einmal aus, doch es reichte nicht ganz“, erklärte Imhof. Die Partie zwischen Niklas Matthias und Florian Wagner sei immer offen. „Florian war eindeutig auch etwas müde, denn er hat durch die Olympia Qualifikations-Turniere viel gespielt. Für mich war er sogar noch überraschend gut drauf. Ich dachte Niklas macht nach einer 2:0-Satzführung so weiter, aber Florian rappelte sich noch und hatte im fünften Durchgang ein 9:9“, kommentierte der Bundestrainer. Sehr positiv äußerte sich Imhof über die Leistung der Schüler. „Florian Schreiner (Bayern), Liang Qiu (Baden-Württemberg), aber auch Marius Zaus (Bayern) sowie Dominik Scheja (Hessen) haben überzeugt. Da stimmt auch die Einstellung das ist sehr positiv“, lobte Imhof. Doppel: Die favorisierten Duos Patrick Franziska/Christoph Schmidl (Hessen) und Arne Hölter (Niedersachsen)/Tran Le Vu (Thüringen) rückten ungefährdet in das Halbfinale vor. Dort trafen Franziska/Schmidl auf Florian Wagner/Michael Servaty. Das WTTV-Doppel verbuchte im Viertelfinale nach einem 6:11 gegen Ole Markscheffel/Clemens Velling (Schleswig-Holstein) noch ein 12:10, 11:8 und 13:11. Hölter/Tran Le wurden von Benedikt Duda/Kagan Kizilates (WTTV) gefordert. Diese Zwei hatten sich wiederum unter den letzten Acht ein 8:11, 11:7, 11:7, 11:8 gegen Gregor Surnin/Torsten Mähner (Hessen) erspielt. Ohne viel Gegenwehr der Außenseiter verliefen die Habfinals. Franziska/Schmidl siegten gegen Markscheffel/Velling mit 12:10, 11:5, 11:8 und Hölter/Tran Le 11:3, 11:5, 11:7 gegen Duda/Kizilates. Zur Höchstform liefen dann Franziska/Schmidl gegen Hölter/Tran Le im Endspiel auf, die beim 11:6, 11:7, 11:6 keine Chance erhielten. „Ich kann nur sagen, dass sich die Favoriten durchgesetzt haben“, so der Bundestrainer.
Martina Emmert |