|
|
FSV Kroppach jubelt über den dritten Meistertitel in Folge |
|
| tischtennis.de vom 26.04.2010 |
Der
FSV Kroppach jubel zum dritten Mal in Serie über die den
Deutschen Meistertitel
FSV Kroppach - DJK TuS Essen-Holsterhausen 1:3:
Die dritte Meisterschaft in Folge zu gewinnen, erforderte beim FSV Kroppach einen enormen Kraftakt. Sun Bei Bei wurde sogar für die entscheidenden Spiele in der Rückrunde eingeflogen, so dass Jia Jun, die nicht die Erwartungen erfüllte, das Abschiedsspiel versagt blieb. Umso größer war schließlich die Freude auch bei den 220 Fans, als um 14.15 Uhr die Niederlage von Jessica Göbel vom Tabellenzweiten TV Busenbach, die parallel bei der SV Böblingen gegen Qianhong Gotsch scheiterte, das Championat des FSV besiegelte. Göbel kam dem noch fehlenden Punkt der Kroppacher zuvor, obwohl Sun Bei Bei ihrerseits gegen Zhenqi Barthel von der DJK TuS Essen-Holsterhausen mit einem 11:7, 11:9 und 11:7 nur wenig später auch alles klar gemacht hatte. Völlig befreit spielte anfangs Krisztina Toth gegen Aya Umemura auf. Nach einem 11:6 meldete sich aber die Japanerin zu Wort, die im zweiten Durchgang 7:4 und 9:5 führte. Einem 11:7 ließ die Essenerin ein 8:4 im dritten Abschnitt folgen. Auch diesen ließ sie sich mit einem 11:8 nicht mehr streitig machen. Ihren Siegeszug setzte Umemura zum 11:7 und 1:1-Zwischenstand fort. Das 2:1 für die Gäste ergab sich durch den kampflos abgegebenen Punkt von Wu Jiaduo gegen Elke Schall. Wie schon im gestrigen Spiel beim TTSV Saarlouis-Fraulautern sah sich Sun Bei Bei verpflichtet, die Waage wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Nach einem 7:11 gegen Umemura stellte sich aber auch die Frage der Motivation bei der FSV-Spielerin, denn ein Doppel hätte der Deutsche Meister auf Grund der Verletzung der Europameisterin nicht aufbieten können. So zeigten beide Seiten ein schönes Spiel, Umemura agierte konzentriert weiter und verbuchte mit einem 10:12, 11:9 und 12:10 den Siegpunkt. „Aya war heute wieder in Superform, obwohl ihr gegen Sun Bei Bei auch ein paar Netz- und Kantenbälle zum Erfolg verhalfen. Nach ihrem Punkt gegen Toth wussten wir, dass wir nicht mehr verlieren können. Hier war eine fantastische Stimmung. Schade, dass wir so oft Schwankungen unterlegen waren, und die Niederlage gegen Bad Driburg schmerzt immer noch. In der Schlussphase haben wir gegen den Meister und Vizemeister Busenbach gewonnen, so dass wir uns nach diesem versöhnlichen Ausklang zufrieden geben“, sagte DJK-Manager Hans-Willi Frohn. „Sicher ist es nicht schön die Saison mit zwei Niederlagen zu beenden, doch für die Meisterschaft reichte unsere mannschaftliche Qualität und nur das zählt. Nach dem Sieg von Sun Bei Bei fiel die Anspannung ab und Tothi sowie Sun Bei Bei haben den Zuschauern tolle Ballwechsel gezeigt. Eine derart ausgeglichene und spannende Saison haben wir in den vergangenen Jahren nicht gehabt. Der Titelgewinn nach 2002, in der Saison 2007/2008, als ich die Verantwortung übernommen habe, war sicherlich der schönste Titelgewinn. Der aktuelle mit Sicherheit der Schwierigste“, kommentierte FSV-Teambetreuer Dennis Leicher.
SV Böblingen – TV Busenbach 3:2: Man stelle sich vor, es würde kein Doppel bei diesem Spielsystem geben: Dem TV Busenbach würde glatt etwas fehlen. Doch so ahnten Fans und Aktive schon vor dem ersten Ballwechsel, das man würde ausharren müssen, wenn man eine Partie des TV Busenbach verfolgt. An diesem letzten Spieltag beim 2:3 bei der SV Böblingen schaffte der TVB den 14. Sprung in das Schlussdoppel im 18. Saisonspiel. Lediglich viermal lautete das Ergebnis nicht 2:3 oder 3:2. War es gestern beim 3:2 gegen Hassia Bingen nur Ding Yaping beim Gegner, die zweimal punktete, so war es in Böblingen erwartungsgemäß Qianhong Gotsch, die für zwei Zähler sorgte. Dann war wieder Doppelzeit. Dort standen sich Nicole Struse/Xu Yanhua für Böblingen sowie Jessica Göbel und Kristin Silbereisen für den TVB gegenüber. Zwei eingespielte Doppel, denn auch Böblingen hat mit zwölf von 18 Partien eine Menge Doppel gespielt. Am Ende hatten die Böblingerinnen mit 3:1-Sätzen die Nase vorne und sind damit mit einer Bilanz von 7:5 das stärkste Doppel der Liga. Göbel/Silbereisen kommen auf 4:4, Göbel/Shan auf 4:3. Zuvor war überaus interessant die Partie zwischen der jüngsten Deutschen Einzelmeisterin aller Zeiten, Nicole Struse (Titelgewinn 1987 im Alter von 15 Jahren), und der amtierenden Titelträgerin dieses Jahres, Kristin Silbereisen. Eine ausgeglichene Partie in der sich die jetzt jüngere der beiden Damen, Silbereisen, am Ende in fünf Sätzen behauptete. „Nicole hat 25 Jahre Tischtenniserfahrung ausgespielt, doch Kristin hat cool dagegen gehalten, es war ein tolles Tischtennisspiel“, schwärmte TVB-Geschäftsführerin Sabine Schlatterer. Die beiden Eröffnungseinzel waren jeweils eine klare Angelegenheit für Gotsch mit 3:0 gegen Busenbachs Jessica Göbel, sowie 3:0 für Shan Xiao Na gegen Böblingens Fulya Özler. Und auch der Punkt von Gotsch zum 2:2 mit einem 3:0 gegen Shan war deutlich. „Wir wollten schon noch gewinnen, doch wir waren auch alle ein wenig geschafft“, kommentierte Schlatterer die Niederlage. Zudem sei Laura Robertson nicht mit von der Partie gewesen. „Laura musste ins Krankenhaus mit einer Magen- und Darminfektion, da hatten wir auch keine Alternativen mehr.“ Platz zwei zum Saisonende sei ein tolles Resultat. "Dieses Spiel begleitete viel Sympathie, und der TV Busenbach wird der Liga fehlen. Wir haben bis zum Ende durchgehalten und unserem Publikum wieder ein enges und begeisterndes Spiel gezeigt. Für eine junge Spielerin wie Fulya ist dieses System brutal. Doch sie steht der Herausforderung positiv gegenüber, weil sie für solche Gegnerinnen um die halbe Welt reisen müsste, um bei einem Pro Tour Turnier diese Erfahrungen zu sammeln. Shan hat eine sehr souveräne Leistung abgerufen, da war nicht mehr drin. Fulya bereitet sich derzeit auf die WM vor, denn sie startet für die Türkei. Nicole war im dritten Satz noch zu sehr mit ihrer 10:8-Führung in Durchgang zwei beschäftigt. In dieser Phase spielte sich Silbereisen locker frei. Im fünften Durchgang lief Nicole dann immer einem Rückstand hinterher. Wenn Hongy so inspiriert spielt, dann kommt eine starke Gegnerin wie Shan nicht an ihr vorbei. Im Doppel wussten unsere Gäste wohl, dass sie verlieren werden", analysierte SV-Trainer Volker Ziegler. Insgesamt fiel das Resümee sehr positiv aus, denn die Saison sei toll und spannend gewesen. "Wir sind der Zuschauerkrösus der Liga und das ist nicht selbstverständlich. Wir haben bei Heimspielen doppelt so viele Fans begrüßt wie der Durchschnitt, und auch bei Auswärtspartien haben wir die meisten Zuschauer angelockt. Mit diesem Rückenwind gehen wir in die Sommerpause, um in der kommenden Serie daran anzuknüpfen", sagte Ziegler rundum zufrieden.
BFV Hassia Bingen – TTSV Saarlouis-Fraulautern 3:1: Der TTSV Saarlouis-Fraulautern fand Gefallen an der mit Erfolg erprobten Aufstellung gegen den FSV Kroppach. Auch bei der BFV Hassia Bingen tauschte Li Fen mit Maria Fazekas die gewohnten Plätze eins und drei. Doch bevor diese beiden Akteurinnen ins Geschehen eingriffen, stellte sich Petrissa Solja Abwehrass Ding Yaping. Beim 9:11, 7:11, 11:9 und 5:11 wusste die 15-Jährige das 0:1 der Saarländerinnen nicht zu verhindern. Für den Ausgleich sollte Fazekas gegen Dana Hadacova sorgen. Die Ungarin zeigte sich gegen Kroppach mit dem Erfolg gegen Sun Bei Bei in Galaform. Den Schwung nahm Fazekas auch in den ersten Satz mit, danach sah sie sich aber einem 8:10-Rückstand gegenüber, und zum 11:9 punktete Hadacova. Im dritten Satz baute sich die TTSV-Spielerin einen Vorsprung auf, den sie aber nicht nach Hause brachte. Es entwickelte sich eine spannende Schlussphase mit dem besseren 14:12-Ende für die Tschechin. Danach verlor Fazekas den Faden, und die Bingerin gewann zum 9:1 mehr als deutlich Oberwasser. Das 2:0 markierte Hadacova mit einem überraschenden 11:2. Noch immer hatte Li Fen in der Rückrunde kein Einzel verloren. Ihre weiße Weste stand letztmalig in dieser Saison gegen Nanthana Komwong zur Disposition. Die Thailänderin stellte sich nach einem 9:11 besser auf Li Fen ein, was sich im zweiten Durchgang mit einem 6:2 und 11:4 positiv bemerkbar machte. Das Wechselbad der Gefühle auf beiden Seiten hielt an, doch schließlich verkürzte Li Fen mit einem 11:8 im fünften Satz. Der eiserne Wille bei Li Fen, ungeschlagen zu bleiben, war deutlich zu spüren. Diesem absoluten Höhepunkt folgte das ernüchternde 0:3 von Fazekas gegen Ding Yaping. „Maria hätte gegen Dana Hadacova den dritten Satz nicht verlieren dürfen. Das war das Schlüsselspiel der Partie. Sie hatte auch gegen Ding Yaping eine Chance den zweiten Satz zu gewinnen, mehr aber nicht. Wir haben uns in der Aufstellung verzockt, und unser Frust saß nach dem 0:2 schon tief. Dennoch sind wir mit dem dritten Tabellenplatz hoch zufrieden. Wir wussten von Anfang an, dass es viele 50:50-Partien geben würde. Wir haben unser Saisonziel voll erreicht“, erklärte TTSV-Manager Heinz Falk. „Dana spielte gegen Fazekas sehr stark, es war aber eine enge Entscheidung. Im vierten Durchgang trauerte die Ungarin ihren vergebenen Möglichkeiten wohl zu viel nach, denn da war Dana ganz klar überlegen. Das beste Spiel war aber Nanthana gegen Li Fen, das eigentlich keinen Verlierer verdient hätte. Ding Yaping spulte wieder souverän ihr Programm ab, so dass am Ende die Fans mit „standing ovation“ diesem exzellenten Auftritt der Mannschaft ihre Begeisterung bekundeten. Wir freuen uns, dass wir uns im Laufe der Saison steigern konnten und uns in der Liga als Aufsteiger etabliert haben“, sagte BFV-Abteilungsleiter Joachim Lautebach zufrieden.
TuS Bad Driburg – 3B Berlin Tischtennis 3:2: Der TuS Bad Driburg wollte im voraussichtlich letzten Heimspiel der 1. Bundesliga gegen 3B Berlin Tischtennis etwas bieten, und so sollte es auch kommen. Im vierten Satz benötigte Shi Qiu beim 8:10 gegen Guo Pengpeng eine Auszeit. Die Chinesin, die für die Kurstädterinnen als Favoritin in die Partie ging, wusste das Ruder nach einem 11:13, 6:11, 11:9 nicht mehr herumzureißen, denn Guo verwandelte ihren ersten Matchball zum 11:8. „Guo spielt mit starkem Spin, da kam Shi Qi nicht mit klar“, analysierte TuS-Geschäftsführer Herbert Waggermayer. Ein ausgeglichenes Spiel folgte zwischen Andrea Bakula und Song Ah Sim. Bakula, die in der kommenden Saison das Berliner Trikot überstreift, erarbeitete sich nach einem 9:11 im zweiten Satz drei Satzbälle. Zu wenig für eine glänzend eingestellte Nummer eins bei den Gästen. Nach dem 10:10-Ausgleich holte sich Song selbst mit einem 12:10 den 2:0-Vorsprung. Der Widerstand bei Bakula erlosch, so dass die Berlinerin zum 11:5 ein leichtes Spiel hatte. Die Entscheidung lag schon in der Luft, als Georgina Pota der Kurstädterin Li Bin im ungarischen Duell gegenüberstand. Li Bin zeigte eine sehr gute Leistung und verhinderte mit einem 3:1 den frühen KO. „Li Bin hat sich absolut gemausert. Sagenhaft wie sie kämpft und voller Optimismus ist. Das zahlte sich zuletzt in Erfolgen aus“, freute sich Waggermayer. Shi Qi war in ihrem Spiel gegen Song Ah Sim nicht wieder zu erkennen, außerdem zeigte sie beim 14:12, 12:10, 8:11 und 18:16 eine nervliche Meistervorstellung. „Das Spiel war wahnsinnig, bis zum letzten Ballwechsel blieb offen, wer den Tisch als Siegerin verlässt. Ich wusste, dass Shi Qi gegen Song bessere Karten besitzen würde“, lobte der Geschäftsführer. Dramatisch setzte sich die Begegnung im Doppel fort, in dem Bakula/Li Bin gegen Pota/Guo zu einem 12:10, 11:6 stürmten, doch wie gewonnen so zerronnen, denn das 3B-Duo konterte mit einem 11:9, 11:9. Diesen Rückschlag verdauten die TuS-Damen ausgesprochen gut, die mit einem 11:6 einen erfreulichen Saisonabschluss feiern dürfen. Mit diesem Sieg schaffte Bad Driburg den sportlichen Klassenerhalt, während der MTV Tostedt auf dem neunten Tabellenplatz eine lange Nase macht. „Bis zum 30. April haben wir Zeit unseren Verzicht zu erklären, denn wir haben das Geld nicht mehr für die 1. Bundesliga. Wir haben toll die Saison begonnen und sie ebenso abgeschlossen. Wir sind einfach nur glücklich“, meinte Waggermayer abschließend. Für die 2. Bundesliga suche der Verein immer noch junge, deutsche Spielerinnen. "Die Wende kam schon etwas überraschend. Gina hat zu Hause gegen Li Bin immer gewonnen, in Bad Driburg schon zweimal verloren. Der Ball springt von diesen Tischen anders ab, das führte bei Gina zur Verunsicherung. Ich will nicht sagen, dass die Tische Schuld sind, aber sie können schon zu einer Niederlage beitragen. Gina hat schließlich nur noch reagiert, nicht mehr agiert. Song hatte Nachteile im Rückhand-Rückhand-Duell. Shi Qi konnte auf den Noppenbelag von Song härter und agressiver spielen. Der erste Satz war schon der Knackpunkt. Im Training haben wir das Doppel mit Gina und Guo schon probiert, aber im Match gegen zwei Linkshänderinnen sieht das wieder anders aus. Unsere Tabellensitation hat sich glücklicherweise durch diesen Misserfolg nicht mehr verändert", meinte 3B-Trainerin tanja Hain Hofmann.
MTV Tostedt – Hannover 96 3:1: Es war durchaus noch einmal ein spannendes Nordderby – gleichzeitig ein Kellerduell. Die Gäste von Hannover 96vermochten sich beim MTV Tostedt gut zu verkaufen, ließen keinesfalls die Köpfe hängen, sondern ärgerten die Gastgeberinnen ein ums andere Mal. Zwar gewann im Eröffnungseinzel Han Ying erwartungsgemäß gegen Rosalia Stähr in drei Sätzen, doch postwendend erzielte Marta Golota für Hannover den 1:1-Ausgleich. In vier relativ deutlichen Sätzen bezwang sie Nadine Bollmeier. Immerhin mit 9:7 führte Laura Matzke im dritten Einzel für 96 gegen Irene Ivancan im Schlusssatz. Doch die ältere der beiden Spielerinnen aus Tostedt vermochte die jüngere Gegnerin noch abzufangen und mit 11:9 zum 2:1 für Tostedt zu punkten. Den Schlusspunkt setzte Han Ying, die gegen Golota mit 3:0 gewann. „Han Ying war einfach nicht zu bezwingen, sie war überragend“, kommentierte 96-Betreuer Marco Heuer. Doch enttäuschend sei die Leistung der eigenen Mannschaft keinesfalls gewesen. „Es waren sehr ansehnliche Spiele, und mit ein bisschen Glück hätten wir auch das Schlussdoppel erreicht“, sagte Heuer. Laura Matzke habe ein wenig Pech gehabt. „Sie führte im fünften Satz noch 9:7 gegen Ivancan, um dann mit 9:11 zu verlieren, da fehlte nicht viel.“ Ein Lob gelte Marta Golota, die sehr clever gegen Nadine Bollmeier gespielt habe.
Martina Emmert |