Petrissa Solja gewinnt die JOOLA German Junior Open in Seligenstadt

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tischtennis.de vom 11.04.2010

Petrissa Solja gewinnt die JOOLA German Junior Open in SeligenstadtSo sehen Siegerinnen aus: Petrissa Solja gewann Gold im Mädchen-Einzel (Foto: Steinbrenner)


Seligenstadt. 
Sie strahlte auch noch nach dem gewonnen Endspiel und der anschließenden Siegerehrung wie ein Honigkuchenpferd. Petrissa Solja hat bei den JOOLA German Junior Open in Seligenstadt die Goldmedaille im Mädchen-Einzel gewonnen und dafür ein Preisgeld von 1.000 US-Dollar erhalten. „Was ich mit dem Geld mache? Das ist eine gute Frage. Ich glaube, meine beiden Schwestern Susanne und Amelie lade ich zu einem Kinobesuch ein.“

Petrissa Solja begeisterte die Experten

Lobeshymnen erhielt die Linkshänderin nach dem Turnier von allen Seiten. Sportdirektor Dirk Schimmelpfennig stellte fest, „dass Petrissa während der gesamten vier Tage ein herausragendes Turnier spielte“. Die Bundesliga-Spielerin des TTSV Saarlouis-Fraulautern selbst war überglücklich und erschöpft zugleich. „Jetzt bin ich froh, wenn es gleich nach Hause geht.“ Im Finale setzte sich Solja gegen Suthasini Sawetabut (Thailand) in sechs Sätzen durch. Die Zweitplatzierte hatte zuvor mit Sabine Winter, Anna Krieghoff und Anja Schuh gleich drei DTTB-Mädchen aus dem Wettbewerb geworfen. „Ich wollte nicht die vierte Deutsche sein, die gegen Sawetabut verliert“, merkte Petrissa Solja mit einem Augenzwinkern an. In Seligenstadt stellte die 15-Jährige eindrucksvoll unter Beweis, dass der dritte Platz beim Europe-Top 10-Turnier Ende Januar in Topolcany nicht dem wahren Leistungsvermögen entspricht. Für die Niederlagen dort gegen Sabine Winter und Dora Madarasz (Ungarn) wurde in Seligenstadt erfolgreich Revanche genommen. Und das, obwohl Petrissa Solja eine Woche lang auf Grund einer Fußverletzung mit dem Training pausieren und das Bett hüten musste. „Ein Kompliment an unseren Physiotherapeuten Christian Zschau, der mich ausgezeichnet mit Tapes versorgte.“

Betreuerin Jie Schöpp hatte nichts zu kritisieren, „denn schließlich gewann Petrissa das Turnier“. Vor dem Endspiel wusste die zukünftige Internatstrainerin, „dass die Spielerin aus Thailand eine sehr starke Gegnerin sein würde. Das hat sich im Finale bewahrheitet.“ Solja selbst kannte ihre Kontrahentin von zwei Vergleichen zuvor, wobei jeweils ein Sieg und eine Niederlage heraussprang. Das letzte Duell im Rahmen des Cadet Challenge vor knapp einem halben Jahr hatte die Deutsche in fünf Sätzen verloren. „Dementsprechend motiviert war ich natürlich. Vor der Partie war mir schon klar, dass ich bei einer durchweg konzentrierten Leistung die Begegnung eigentlich gewinnen müsste, da ich spielerisch eigentlich stärker bin.“ Allerdings gab die neue JOOLA German Junior Open-Siegerin ehrlich zu, „dass mir nicht immer leicht fällt, während eines ganzen Spiels konzentriert zu bleiben und mich an die Taktik zu halten“.

Sabine Winter fehlte im Halbfinale das notwendige Timing
 

Sabine Winter streckte sich vergeblich und schied im Halbfinale aus (Foto: Steinbrenner)Sabine Winter streckte sich vergeblich und schied im Halbfinale aus (Foto: Steinbrenner)
 

Sabine Winter musste einige Minuten überlegen, um ihr persönliches Fazit zu formulieren. „Eigentlich wollte ich im Halbfinale schon gegen Suthasini Sawetabut gewinnen und das Endspiel erreichen“, stellte die 17-Jährige fest. Doch es langte nicht. In sechs Durchgängen verlor die Zweitligaspielerin des TSV Schwabhausen. „Ich kam nur sehr schlecht ins Spiel. Zwar konnte ich mich anschließend ein wenig steigern, doch richtig gut habe ich nicht gespielt.“ Auch Bundestrainerin Eva Jeler erkannte einige Schwächen, „wobei natürlich der dritte Platz insgesamt kein Beinbruch ist“. Die Jugendsport-Koordinatorin stellte klar, „dass nicht davon ausgegangen werden kann, dass Sabine von Turnier zu Turnier reist und ständig Goldmedaillen abräumt“. Einen Grund für die Niederlage hatte Jeler schnell ausgemacht. Das notwendige Timing für die Bälle habe gefehlt. „Sabine wusste, dass ihr Spiel auf sehr viel Rotation ausgelegt sein musste, um eine Siegchance zu haben. Allerdings hat sie diese Taktik nicht immer umsetzen können.“

Anna Krieghoff scheiterte an der späteren Zweiten

„So schlecht habe ich gar nicht gespielt“, stellte Anna Krieghoff nach ihrem Viertelfinal-Aus gegen Suthasini Sawetabut fest, „und trotzdem habe ich einen Abschuss bekommen“. Das Nachwuchstalent aus Thailand ließ Krieghoff in den vier Sätzen nicht den Hauch einer Chance. Eine erstklassige Vorstellung zeigte die zweifache Schülerinnen-Europameisterin des Vorjahres im Achtelfinale gegen Camelia Postoaca (Rumänien). In einem hochdramatischen Sieben-Satz-Spiel wechselte Anna Krieghoff mit einem 5:1-Vorsprung im siebten Durchgang die Seite. Doch die Führung reichte zunächst nicht, denn Postoaca erspielte sich beim Stand von 10:8 und damit zwei Matchbälle. Die DTTB-Starterin behielt die Nerven und siegte mit 12:10. „Ich hatte nichts zu verlieren und setzte mich auch nach der zunächst verspielten Führung keinesfalls unter Druck.“ Ein Rezept, das am Ende den Erfolg brachte. Die beste Leistung zeigte Anna Krieghoff jedoch nach eigener Ansicht zuvor in der ersten Hauptrunde gegen Dora Madarasz (Ungarn)

Kathrin Mühlbach über eigene Leistung enttäuscht

Keinen guten Tag erwischte Kathrin Mühlbach gegen Krisztina Ambrus. „Was soll ich groß zu meiner Leistung sagen? Ich habe gar keinen Ball getroffen.“ Außerdem habe die Ungarin taktisch sehr gut agiert „und mich stets auf meinen Schwachstellen angespielt“. Im Rahmen der Mannschafts-Konkurrenz hatte sich Mühlbach noch in fünf Sätzen durchgesetzt. Auf Grund fehlender Aggressivität sei das Mitglied der Sportförderkompanie der Bundeswehr jedoch überhaupt nicht ins Spiel gekommen. „Als ich die Auslosung sah, hatte ich mir schon ein besseres Abschneiden vorgestellt. Deshalb bin ich schon ein wenig enttäuscht, so deutlich letztlich ausgeschieden zu sein.“

Anja Schuh war einfach nur zufrieden

Einen zufriedenen Eindruck hinterließ Anja Schuh trotz ihrer Achtelfinal-Niederlage gegen Suthasini Sawetabut. Bei der 1:4-Niederlage hatte die zukünftige Bundesligaspielerin des FSV Kroppach zwar keine Siegchance, „trotzdem habe ich eigentlich noch ganz gut mitgehalten“. Mit dem Erreichen der Runde der letzten 16 Spielerinnen konnte Schuh „gut leben“. Im Hinblick auf eine mögliche Nominierung zu den Jugend-Europameisterschaften in Istanbul (16. bis 25. Juli) hofft die 15-Jährige, „mich mit der Leistung hier in Seligenstadt empfohlen zu haben“.

DIE DTTB-SPIELE DER MÄDCHEN AM SONNTAG

Mädchen-Einzel
Finale
Petrissa Solja - Suthasini Sawetabut THA 4:2 (3, -8, -7, 7, 7, 4)

Halbfinale

Petrissa Solja - Krisztina Ambrus HUN 4:0 (3, 8, 4, 5)
Sabine Winter - Suthasini Sawetabut THA 2:4 (-7, 8, -6, -10, 5, -10)

Viertelfinale
Petrissa Solja - Dijana Holok SRB 4:1 (8, 7, -8, 0, 7)
Anna Krieghoff - Suthasini Sawetabut THA 0:4 (-4, -6, -5, -9)
Sabine Winter - Andrea Todorovic SRB 4:3 (-9, 10, 10, -8, 1, -7, 4)

Achtelfinale
Kathrin Mühlbach - Krisztina Ambrus HUN 0:4 (-8, -5, -13, -3)
Petrissa Solja - Barbora Balazova SVK 4:0 (5, 10, 8, 8)
Anna Krieghoff - Camelia Postoaca ROU 4:3 (-6, -10, 6, 6, -4, 9, 10)
Anja Schuh - Suthasini Sawetabut THA 1:4 (-8, -6, 3, -3, -2)
Sabine Winter - Krittwika Sinha Roy IND 4:1 (4, 9, -6, 3, 6)
 

Marco Steinbrenner

 

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