Seligenstadt. Genau
so hatte sich Eva Jeler den Mannschafts-Wettbewerb der Mädchen
bei den JOOLA German Junior Open in Seligenstadt vorgestellt.
Bewusst nominierte die Bundestrainerin die drei stärksten
Spielerinnen nicht in einem Team. Deutschland A (Sabine Winter,
Kathrin Mühlbach, Anna Krieghoff) und Deutschland B (Petrissa
Solja, Anja Schuh, Nadine Sillus) sollten vielmehr in jedem
Spiel selbst Verantwortung übernehmen und die notwendige
Spannung aufbauen, um siegreich zu agieren. Mit Erfolg: Im
Endspiel standen sich die beiden Trios gegenüber.
In den fünf Einzeln zeigten die Mädchen nach Meinung von Jeler
„sehr gute Leistungen“. Mit einer umkämpften Partie hatte die
Nachwuchssport-Koordinatorin bereits im Vorfeld gerechnet. Und
so war es auch: Nach einer Spielzeit von einer Stunde und 50
Minuten setzte sich Deutschland A mit 3:2 durch. Bereits vor
zwei Jahren hatte sich Winter den Mannschafts-Titel gesichert –
damals allerdings mit der Auswahl Deutschland C, der seinerzeit
noch Paloma Ballmann, Nora Köhler und Theresa Adams angehörten.
"Geschlossene Mannschaftsleistung"
Anna
Krieghoff musste sich strecken, um in fünf Sätzen gegen Anja
Schuh zu gewinnen (Foto: Steinbrenner)
„Das war eine geschlossene Mannschaftsleistung“, freute sich
Sabine Winter, „denn schließlich hat jede Spielerinnen einen
Sieg zum Gewinn der Endspiels beigesteuert“. Auch Kathrin
Mühlbach und Anna Krieghoff strahlten nach dem siegreich
beendeten Finale. Besonders Krieghoff freute sich, die beim
Stand von 1:1-Unentschieden die vorentscheidende Partie gegen
Anja Schuh gewann. Im vierten Satz wehrte Krieghoff beim Stand
von 9:10 einen Matchball ab, behielt mit 13:11 die Oberhand und
beendete auch den Entscheidungssatz erfolgreich (11:9).
„Betreuerin“ Kathrin Mühlbach habe beim Stand von 2:5 im vierten
Durchgang „die Auszeit meines Lebens genommen“. Anna Krieghoff
drehte die Partie und bleibt in Seligenstadt weiterhin
ungeschlagen.
Petrissa
Solja blieb im Halbfinale und Endspiel ohne Niederlage
(Foto: Steinbrenner)
Trotz der Niederlage war Anja Schuh keinesfalls enttäuscht.
„Meine Leistung war in Ordnung. Leider hat ein winziger Punkt
gefehlt und wir hätten das Endspiel gewonnen.“ Petrissa Solja
setzte sich zuvor nämlich in drei Sätzen gegen Kathrin Mühlbach
durch und gewann auch das hochklassige Spitzenspiel gegen Sabine
Winter nach vier Durchgängen. Beim Stand von 1:1 vergab Winter
gegen Solja einen 9:6- und 10:9-Vorsprung. „Trotzdem würde ich
nicht sagen, dass dieser verlorene Satz vorentscheidend für den
weiteren Spielverlauf war“, gab Winter zu und stellte fest,
„dass ich sicherlich besser spielen kann, als ich es gegen
Petrissa getan habe. Allerdings war es jetzt auch keine
Katastrophe.“ Für den entscheidenden letzten Sieg sorgte Kathrin
Mühlbach mit einem 3:0-Erfolg gegen Nadine Sillus. „Wir sind
zufrieden mit Platz zwei“, merkte Solja an, „auch wenn wir so
knapp die Goldmedaille verpasst haben“.
Ungarn im Halbfinale
Im Halbfinale zuvor behauptete sich Deutschland A, in
Seligenstadt an Position zwei gesetzt worden, mühelos mit 3:0
gegen Ungarn. Vor der Partie zeigte sich Eva Jeler ein wenig
skeptisch, „denn Ungarn ist für uns nicht einfach zu spielen“.
Sabine Winter und Anna Krieghoff blieben sogar ohne Satzverlust,
wobei besonders Europe-Top 10-Siegerin Winter im Auftakteinzel
gegen Dora Madarasz eine erstklassige Vorstellung ablieferte und
mit 11:7, 11:7 sowie 11:7 triumphierte. Kathrin Mühlbach hatte
mit einem 3:2-Erfolg gegen Krisztina Ambrus für das
zwischenzeitliche 2:0 gesorgt.
Trotz
der Endspiel-Niederlage verging Deutschland B (von links:
Petrissa Solja, Nadine Sillus, Anja Schuh) bei der
Siegerehrung das Lachen nicht (Foto: Steinbrenner)
Für positive Schlagzeilen sorgte in der zweiten
Vorschlussrundenpartie Deutschland B. Gegen Polen A, die im
Viertelefinale überraschend die topgesetzte Auswahl Rumäniens
mit 3:1 ausschaltete, setzten sich die späteren
Silbermedaillengewinnern 3:1 durch. Anja Schuh sorgte gleich im
Eröffnungseinzel für ein Ausrufezeichen und besiegte Magdalena
Szczeerkowska in vier Sätzen. „Anja hat in der jüngsten
Vergangenheit gute Fortschritte gemacht, so dass der Erfolg für
mich nicht unbedingt überraschend kommt“, betonte Eva Jeler. Die
15-Jährige selbst verriet im Anschluss ihre Taktik. „Ohne zu
überlegen habe ich einfach drauf losgespielt. In diesem Spiel
und auch anschließend gegen Anna Krieghoff habe ich meine
bislang stärksten Leistungen hier in Seligenstadt gezeigt.“
Petrissa Solja steuerte abermals zwei Siege bei. Auch Nadine
Sillus stand gegen Klaudia Kusinska kurz vor einem Erfolg,
unterlag jedoch im fünften Durchgang nach einem nicht genutzten
Matchball noch 12:14. „In der Verlängerung habe ich einen hohen
Ball verschossen. Dieser Fehler darf mir in einer derart
wichtigen Phase nicht passieren.“
Ohne Sieg endete für Deutschland C (Ariane Liedmeier, Katharina
Sabo, Julia Drummer, Sonja Radtke) der Mannschafts-Wettbewerb.
Im Halbfinale der Trostrunde unterlag das Quartett Kroatien mit
2:3. Für die beiden DTTB-Erfolge sorgte Sabo.
DIE DTTB-ERGEBNISSE DER MÄDCHEN AM FREITAG
Mädchen
Finale
Deutschland A - Deutschland B 3:2
Sabine Winter - Nadine Sillus 3:0 (6, 8, 6)
Kathrin Mühlbach - Petrissa Solja 0:3 (-8, -4, -5)
Anna Krieghoff - Anja Schuh 3:2 (-4, 7, -5, 11, 9)
Sabine Winter - Petrissa Solja 1:3 (8, -7, -11, -9)
Kathrin Mühlbach - Nadine Sillus 3:0 (3, 7, 9)
Halbfinale
Deutschland B - Polen A 3:1
Anja Schuh - Magdalena Szczerkowska 3:1 (10, -3, 9, 7)
Petrissa Solja - Maja Krzewicka 3:0 (6, 5, 6)
Nadine Sillus - Klaudia Kusinska 2:3 (10, 5, -9, -4, -12)
Petrissa Solja - Magdalena Szczerkowska 3:2 (-15, 6, 4, -6, 7)
Deutschland A - Ungarn 3:0
Sabine Winter - Dora Madarasz 3:0 (7, 7, 7)
Kathrin Mühlbach - Krisztina Ambrus 3:2 (7, -5, -9, 7, 5)
Anna Krieghoff - Mercedes Nagyaradi 3:0 (7, 9, 9)
Viertelfinale
Rumänien A - Polen A 1:3
Deutschland B - Rumänien/Österreich 3:1
Anja Schuh - Irina Ciobanu 1:3 (-6, -8, 8, -3)
Petrissa Solja - Andrada Vincze 3:1 (-5, 4, 6, 3)
Nadine Sillus - Karina Kovacs 3:0 (12, 6, 6)
Petrissa Solja - Irina Ciobanu 3:0 (10, 8, 4)
Serbien - Ungarn 0:3
Deutschland A - Polen B 3:0
Sabine Winter - Katarzyna Slifirczyk 3:0 (5, 4, 7)
Kathrin Mühlbach - Anna Zielinska 3:0 (9, 10, 10)
Anna Krieghoff - Sandra Wabik 3:2 (10, -11, 3, -15, 7)
Trostrunde
Finale
Kroatien - Slowakei 3:2
Halbfinale
Deutschland C - Kroatien 2:3
Katharina Sabo - Ivana Tubikanec 3:1 (-8, 4, 7, 8)
Ariane Liedmeier - Mima Tomic 1:3 (-7, -6, 7, -9)
Sonja Radtke - Petra Petek 1:3 (-4, -6, 10, -7)
Katharina Sabo - Mima Tomic 3:2 (-4, 7, -8, 8, 12)
Ariane Liedmeier - Ivana Tubikanec 2:3 (-7, 4, -8, 9, -7)
Slowakei - Indien A 3:1
Marco Steinbrenner